Ein muffiger Geruch

In einem Haus trat durch einen Riss in einer Wasserleitung Wasser aus. Dadurch lief Wasser in den Zwischenraum einer Gipskartonwand. Als Folge wuchs Schimmel in den betroffenen Bauteilen. Es kam zu einem massiven Befall an den Gipskartonplatten. Der Schaden wurde bemerkt. Nach der Reparatur der Wasserleitung beseitigte eine Sanierungsfirma den restlichen Schaden.

Jahre später bemerkte die neue Mieterin einen unangenehmen muffigen Geruch in der Wohnung. Dieser trat hauptsächlich bei feuchtem Wetter auf. Deshalb wurden im Rahmen einer größeren Begutachtung Luftproben auf Schimmel mit dem WaLuCheck Testset entnommen. Die erste Probenahmestelle befand sich in einem Zimmer auf der einen Seite der ehemals betroffenen Wand. Die zweite Probenahmestelle befand sich auf der anderen Seite der Wand. Dort war das Badezimmer. Die Wand in dem Zimmer wies keine Schimmel- oder Stockflecken auf.

Beide Proben weisen eine erhöhte Zahl an Pilzkolonien auf, was auf einen Befall hindeutet. Zusätzlich finden sich in der Probe aus dem Bad Kolonien von Aspergillus versicolor. Diese deuten oft auf einen alten Wasserschaden hin.

Tatsächlich stellte sich heraus, dass bei der damaligen Sanierung nur die Wandseite zum Zimmer hin ausgetauscht wurde. Dabei blieben die Gipskartonplatten auf der Badseite unberührt. Offensichtlich erfolgte kein Austausch, weil sonst auch die Fliesen hätten erneuert werden müssen. Bei normalen Umgebungsbedingungen waren die noch immer vorhandenen Pilzkolonien in einem Ruhezustand. Dies änderte sich wenn erhöhte Luftfeuchtigkeit, vielleicht sogar etwas Tauwasser auftrat. Offensichtlich waren diese Umgebungsparameter von dem herrschenden Wetter abhängig. Entsprechend setzte bei feuchtem Wetter der Stoffwechsel des Schimmels ein und erzeugte den muffigen Geruch.

Schimmelprobe Zimmer

Bild 1 – Schimmelprobe aus dem Zimmer

Schimmelprobe Bad

Bild 2 – Schimmelprobe aus dem Bad