Was sind Legionellen

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien aus der Familie der Legionellaceae. Sie leben in Süß- oder Salzwasser. Aufgrund ihrer Geißeln können sie sich aktiv bewegen. Legionella pneumophila ist die für den Menschen bedeutende Art. Sie ruft die Legionellose hervor, eine u.U. lebensgefährliche Lungenentzündung. Legionella pneumophila ist obligat aerob, das bedeutet, dass die Bakterien Sauerstoff benötigen. Sie ernähren sich von Aminosäuren und werden 0,002-0,02mm lang. Sie sind sehr hitzetolerant. Ihre optimale Temperatur liegt zwischen 25°C und 50°C. Sie überleben auch Temperaturen bis 60°C. Diese Bakterien können Biofilme bilden. Das sind Kolonien aus den Bakterien, die zusammen wesentlich besser gegen schädliche Umwelteinwirkungen geschützt sind. Daher ist es wesentlich schwieriger, Biofilme abzutöten, als einzelne Bakterien.

Wo leben Legionellen?

Legionellen sind sehr anpassungsfähig und besiedeln viele Biotope. Der für den Menschen wichtige Lebensraum sind Warmwasserleitungen. Hier treffen verschiedene optimale Bedingungen für die Vermehrung der Bakterien zusammen. Wasser, das zwar immer wieder bewegt wird, die meiste Zeit aber ruht. Mit dem Frischwasser wird einerseits immer genügend Sauerstoff zugeführt. Andererseits reichen die Ruhezeiten aus, damit sich im Laufe der Zeit ein Biofilm bilden kann. Hinzu kommen die optimalen Temperaturen in Warmwasserleitungen. Sie fördern einerseits das Wachstum, sind andererseits aber nicht ausreichend hoch, um die Legionellen abzutöten. Aus all diesen Gründen sind gerade Warmwasserleitungen stark anfällig für eine Befall mit Legionellen.

Legionellose – Lungenentzündung durch Legionellen

Warum aber ist der Befall einer Warmwasserleitung mit Legionellen so kritisch? Legionellen können beim Menschen die Legionellose auslösen. Die Krankheit ist auch unter dem Namen Legionärskrankheit bekannt. Es handelt sich um eine Lungenentzündung. Sie endet in ca. 15% der Fälle tödlich. Im Jahr 2019 wurden 1543 nachgewiesene Fälle verzeichnet. Dabei wird allgemein mit einer sehr hohen Dunkelziffer gerechnet. Legionellen infizieren den menschlichen Körper, indem wir infizierte Tröpfchen einatmen. Das kann beim Duschen passieren. Aber auch Infektionen im Zusammenhang mit Whirlpools, Klimaanlagen (Befeuchtung) und Kühltürmen kommen regelmäßig vor.

Legionellose – Krankheitsverlauf

Die Krankheit bricht nach 2-10 Tagen aus. Sie äußert sich anfangs mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen im Brustbereich. Der anfangs trockene Husten geht im weiteren Verlauf in Husten mit Auswurf über. Dabei kann der Auswurf auch blutig sein. Darüber hinaus kommen Atemnot, Kopfschmerzen, Übelkeit z.T. mit Erbrechen und Durchfällen vor. Ob eine Legionellose zum Tod führt, hängt auch vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Während normal gesunde Menschen nur in ca. 15% an der Infektion versterben, beträgt die Sterberate bei vorgeschädigten Personen bis zu 71%.

Bekämpfungsmaßnahmen

Wenn eine Legionellen Belastung in einem Wasserkreislauf vorliegt, werden verschiedene Methoden angewendet, um diese zu bekämpfen. Bei der thermischen Desinfektion erhitzt man das Wasser im kompletten Wasserkreislauf auf eine Temperatur über 70°C. Durch diese hohe Temperatur sterben Legionellen in kurzer Zeit ab. Allerdings muss man dafür auch wirklich alle Stellen des Kreislaufs erreichen. Aus einem nicht gespülten Leitungsstrang erfolgt sofort eine Neuinfektion des gesamten Systems. Dasselbe gilt für die chemische Desinfektion. Dafür verwendet man chlor-, ozon- und wasserstoffperoxidhaltige Desinfektionsmittel. Dabei darf man das Wasser nicht trinken, solange das Desinfektionsmittel in der leitung ist. Auch UV-Licht tötet Legionellen ab. Eine UV-Desinfektion erfolgt dauerhaft indem direkt vor dem Verbraucher eine UV-Quelle installiert wird.

Vorschriften – Pflichten

In Mietwohnungen muss gemäß Trinkwasserverordnung das Warmwasser regelmäßig auf Legionellen überprüft werden. Die Messintervalle richten sich nach den vorherigen Untersuchungsergebnissen. Sie liegen zwischen einem und drei Jahren. Auch für andere Gebäude gilt eine Untersuchungspflicht, sofern Duschen, Kühltürme oder andere gefährdete Installationen vorhanden sind. Darunter fallen beispielsweise Schulen, Krankenhäuser, Hotels oder Pflegeheime. Die Probenahme und Analyse muss von einer unabhängigen, akkreditierten Fachfirma durchgeführt werden.