Was ist Formaldehyd?

Formaldehyd ist eine chemische Substanz mit der Summenformel H2CO. Es ist bei normalen Bedingungen gasförmig. Formaldehyd riecht stechend und führt in erhöhter Konzentration zu Reizerscheinungen. Es ist in Wasser gut löslich. Eine gesättigte Lösung enthält 37% Formaldehyd. Formaldehydlösungen werden als Formalin bezeichnet. Diese Lösungen wurden früher häufig zum Desinfizieren eingesetzt.

Wo kommt Formaldehyd vor?

Formaldehyd wird bei vielen Stoffwechselvorgängen gebildet. Jedes Lebewesen enthält auch eine kleine Menge Formaldehyd. Einige Pflanzen setzen die Substanz gezielt als Abwehrstoff ein. Aus diesem Grund haben z.B. einige Nadelhölzer deutlich erhöhte Formaldehydgehalte. Auch der Mensch macht sich die desinfizierende Wirkung von Formaldehyd zu Nutze. So wird es zur Konservierung in Farben und Kosmetika eingesetzt. Auch zur Inaktivierung von Impfstoffen kommt Formaldehyd zur Anwendung. Darüber hinaus ist Formaldehyd für mehrere Arten von Kunststoff ein Ausgangsprodukt. Schlussendlich wird es bei Verbrennungen freigesetzt.

Wie schadet Formaldehyd dem Körper?

Formaldehyd ist ein hoch reaktiver Stoff. Sobald es in Kontakt mit dem menschlichen Körper kommt, reagiert es. Es kommt bei erstmaligem Kontakt zu Reizerscheinungen, besonders an den Schleimhäuten. Typisch sind Hustenreiz und brennende Augen. Ist der Mensch dem Formaldehyd länger ausgesetzt, so setzen sich die Reaktionen entlang des Atemtrakts fort. Es kommt zu Reizungen der Atemwege bis zur Lunge. Bei fortgesetztem, langem oder wiederholtem Kontakt bilden sich kritischere Krankheitsbilder aus. Es kommt zu chronischen Organschäden in Bereich der Atemwege. So gibt es Fallbeispiele von Asthma, das vermutlich durch Formaldehyd gebildet wurde. Formaldehyd wird inzwischen auch als krebserzeugend eingestuft. Entsprechend des Wirkpfades bilden sich Tumore im Nasen-Rachen Bereich.

Woher kommt Formaldehyd in der Raumluft

Da Formaldehyd in der Produktion verschiedener Güter eingesetzt wird, kommt es auch häufig in Innenräumen vor. Oft sind Holzprodukte Quellen für Formaldehyd. Besonders Spanplatten und die verwendeten Kleber können den Stoff enthalten. Auch Kosmetikartikel und neue Kleidung können deutliche mengen an Formaldehyd abgeben. Dies ist besonders in den entsprechenden Verkaufsräumen relevant. Wichtige Quellen für Formaldehyd sind verschiedene Kunststoffe. Besonders so genannte OF-Ortschäume können in frischem Zustand große Mengen abgeben.

Wie kann ich Formaldehyd vermeiden

In den letzten Jahren wird versucht, Formaldehyd in vielen Produkten zu reduzieren oder ganz zu verbieten. Das Deutsch Institut für Bautechnik schreibt eine Prüfung für Fußboden- und Wandbeläge und Klebstoffe vor. Nur geprüfte Produkte erhalten das AgBB Zertifikat. Die Bezeichnung „emissionsarm E1“ kennzeichnet Möbel, die wenig Formaldehyd abgeben. Produkte, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet werden, geben ebenfalls wenig Formaldehyd ab.

Was tun bei einer Formaldehyd-Belastung?

Da Formaldehyd in vielen Produkten enthalten ist, kann eine Belastung nicht immer ausgeschlossen werden. Verdachtsmomente sind häufiger Hustenreiz oder Augenreizungen. Ergibt eine Messung eine erhöhte Formaldehydbelastung, so sollten Maßnahmen ergriffen werden. Kann die Quelle entfernt werden, sollte dies getan werden. Allgemein hilft viel Lüften, die Konzentration im Raum möglichst gering zu halten. Da Formaldehyd wasserlöslich ist, hilft auch das Aufstellen eines Zimmerbrunnens. Man muss das Wasser regelmäßig durch neues ersetzen.