Feinstaub in Räumen – ein Thema?

In Zusammenhang mit dem Straßenverkehr wird das Thema Feinstaub ausgiebig diskutiert. Dabei gerät oft in Vergessenheit, dass auch in Räumen Feinstaub auftritt. Dort finden wir erheblich höhere Konzentrationen als an Straßen. Zusätzlich halten wir uns in Räumen wesentlich länger auf als an einer bestimmten Stelle im Freien. In Zimmern finden wir ganz verschiedene Typen von Stäuben. Für uns von Bedeutung sind dabei Ruß, Druckertoner, Schimmelsporen und andere gesundheitsgefährdende Partikel.

Asbest

Bei Asbest handelt es sich um eine Mineralfaser. Asbest kann Lungenkrebs auslösen. Der Stoff wurde 1995 in Deutschland verboten. Allerdings befinden sich immer noch erhebliche Mengen an Asbest verbaut in verschiedensten Materialien. Bekannt sind Eternit Platten. Aber auch in Nachtspeicheröfen, Fugenmassen, als Brandschutzmatten und als Spritzasbest findet man Asbest nach wie vor. Durch Verwitterung und Abrieb gelangen kontinuierlich Fasern in die Raumluft. Die Entsorgung von Asbest ist mit erheblichen Auflagen verbunden und darf nur vom Fachmann durchgeführt werden.

Druckertoner

Eine wichtige Quelle für Feinstaub im Innenraum sind Toner für Drucker. Bei einem Laserdrucker. wird der Toner mittels Laser auf dem Papier fixiert. Dabei kommt es vor, dass nicht alle Partikel auf dem Papier haften. Sie fallen ab oder gelangen durch Luftzug beim Drucken in die Raumluft. Je nach Gerät und Tonerhersteller werden unterschiedliche Mengen an Toner freigesetzt. Bei internen Messungen wurden sehr unterschiedliche Qualitäten bei Druckertonern festgestellt. Toner A bestand aus recht einheitlichen Partikeln mit einem geringen Anteil an feinsten Teilchen. In Toner B fanden wir viel feine, nicht druckbare Partikel und wenige dafür sehr große Druckpartikel. Bei Verwendung von Toner B kann mit einer erheblichen Belastung der Raumluft gerechnet werden.

Kaminöfen

Bei der Verbrennung von Holz entstehen erhebliche Mengen an Feinstaub. Dabei spielt auch die Führung der Verbrennung eine Rolle. Eine starke Rußbildung ist immer ein Zeichen für erhöhte Feinstaubabgabe. Der Ruß wird nicht nur durch den Kamin in die Umgebungsluft abgeführt. Kaminöfen, müssen immer wieder geöffnet werden, um Holz nachzulegen. Dabei gelangen oft deutliche Mengen des Feinstaubs in den Raum. Im Zimmer wird der Feinstaub nicht abtransportiert, so wie es im Freien der Wind erledigt. Dadurch kommt es zu einer Anreicherung des Rußes im Wohnraum. Ruß wirkt reizend, insbesondere auf die Atemwege.

Schimmel

Unter Schimmel versteht man eine Vielzahl von Pilzarten. Sie zersetzen organisches Material. Wächst Schimmel an der Wand, so erkennt man das oft nicht auf Anhieb. Das Myzel ist weiß und wird daher oft noch nicht wahrgenommen. Zur Vermehrung bildet der Pilz Sporen aus. In der Regel sind diese farbig. Erst dann wird ein Befall sichtbar. Der Pilz stößt die Sporen ab. Sie schweben als Feinstaub in der Raumluft und können so eingeatmet werden. Schimmel benötig zum Überleben Nahrung und Wasser. Deshalb finden wir Schimmel oft in Kellern oder in Badezimmern. Die Pilzsporen gelangen in den Atemtrakt. Dort wirken sie auf den Menschen. Typisch sind Erkrankungen der Atemwege bis hin zu Asthma. Kindern zeigen eine allgemein schlechtere Gesundheit, wenn sie über längere Zeit Schimmelsporen ausgesetzt waren.

Staub als Transportmittel

Eine gewisse Menge an Staub entsteht auf natürlichem Weg in jedem Raum. Fussel lösen sich von Bezügen oder Erde wird mit Schuhen ins Haus transportiert. Diese Mengen und Staubarten sind völlig ungefährlich. Allerdings dient an sich ungefährlicher Staub manchmal als Transportmittel für Schadstoffe. Bekannt ist, dass Holzschutzmittel auf feinstem Holzmehl haften. Erst dadurch können sie in den menschlichen Organismus gelangen. Oft werden auch Kohlenwasserstoffe auf Partikeln gefunden, z.B. auf Reifenabrieb aus dem Verkehr.

Allergene

Viele Allergene zählen zu den Partikeln und Feinstäuben. Ein bekanntes Beispile sind Pollen. Sie gelangen von Draußen in die Wohnung. Dort setzen sie sich ab und werden im Laufe der Zeit durch Putzen entfernt. Tierhaare können ebenfalls Allergien verursachen. Dabei sind es nicht die Haare an sich, die Reaktionen hervorrufen. Vielmehr sind es Moleküle, die auf den Haaren haften. Am bekanntesten ist die Hausstaub Allergie. Dabei reagieren die Betroffenen auf den Kot der Hausstaubmilbe. Dieses Tierchen besiedelt Matratzen, Decken und Kissen. Der Kot wird durch aufschütteln zusätzlich verteilt.

Feinstaub von Draußen

Nicht alle Partikel, die wir im Innenraum finden, stammen auch von hier. Oft gelangen Feinstäube auch von Draußen in die Wohnung. Das Phänomen ist oben für Polen beschrieben. Andere typische Beispiele sind Ruß aus dem Verkehr oder Abgase aus Industriebetrieben. Um sich vor diesen Belastungen zu schützen, muss man wissen, dass sie vorliegen. Es nützt nichts, das Fenster zu öffnen, wenn die Schadstoffe von außen in die Wohnung gelangen. Andererseits ist Lüften oft das beste Mittel gegen Schadstoffe im Innenraum.

Der Staubsauger als Feinstaubverteiler

Neuere Untersuchungen belegen, dass der wichtigste Teil der Feinstaubbelastung in einer Wohnung durch Staubsaugen nicht reduziert wird. Vielmehr fungiert der Staubsauger als Verteiler für die feinen Partikel. Das passiert so. Um den nötigen Luftzug zu gewährleisten, muss durch einen Beutelfilter auch ein gewissen Anteil an Staub wieder austreten können. Gerade diese feinen Partikel sind aber gesundheitlich relevant. Hinzu kommt, dass in dem gesammelten Staub Schimmelpilze und Bakterienkolonien wachsen. Eine sinnvolle Alternative bieten Staubsauger, die den Staub in Wasser auffangen.